100km und eine kleine Freudenträne.

Vor zwei Wochen haben wir unseren Kirchenkreiskonvent, also die Pastor*innen und Diakon*innen unseres Kirchenkreises, auf ihrer Konventsfahrt besucht. Eine Woche sind sie zusammen nach Loccum gefahren und haben sich mit dem Thema fresh expressions beschäftigt. Wir, Ralf und ich, durften am Donnerstag Nachmittag etwas vom Kirchenmobil berichten.

Für mich war dieser Tag sehr besonders, weil er vieles verband. Ich reiste ab Hannover mit Sandra von Kirche² an, sie nahm mich im Auto mit. Das war ganz vertraut, wie in meiner FSJ Zeit, in der ich sie oft zu Vorträgen und Workshops begleiten durfte. Nur dieses Mal war ich nicht als Teil von Kirche² dort, sondern als Team des Kirchenmobils. Und dazu war es mein Kirchenkreis. Mein Pastor war dort, mein Superintendent, meine Diakonin und die vielen anderen, von denen ich auch viele kenne. Diese drei Dinge kamen für mich zusammen und das allein war schon ziemlich großartig und spannend, wenn man sich fragt, als wer man da ist und sich die eigenen unterschiedlichen Blickwinkel mal bewusst macht.

Während wir vom Kirchenmobil berichteten, Ralf erzählte mehr, ich hielt mich eher zurück, kam irgendwann die Frage einer Diakonin, die mich sehr beschäftigte. Sie sagte, sie sei sehr gespannt, wie es sich für mich verändern wird, wenn ich später nicht mehr Ehrenamtliche sondern Pastorin bin. Mich hat diese Frage schon oft beschäftigt. Als Ehrenamtliche fällt es uns leicht, zu sagen, dass wir in Pastor*innen in vielen Situationen eher Ermöglicher*innen als Macher*innen sehen. Das ist einfach großartig, wenn du als Ehrenamtliche*r deine Ideen umsetzen kannst und dabei begleitet und unterstützt wirst, wenn du die Möglichkeit bekommst, selbst zu gestalten. Wenn ich das sage, dann muss ich später konsequent sein und genau das tun, was ich mir als Ehrenamtlicher wünschen würde: den Schritt zurück treten, Dinge anstoßen und weitergeben können, Menschen begleiten und machen lassen. Eine Zeit lang klang das nach einer großen Herausforderung und ich habe mich manchmal gefragt, ob ich dann nicht lieber nur so bei Kirche bleiben will wie jetzt – als Ehrenamtliche. Das wäre in vielerlei Hinsicht eine große Freiheit.

Und dann ist vor ein paar Wochen etwas passiert, dass ich schon aus der Jugendarbeit kannte. In der Kirchenmobil-WhatsApp-Gruppe fingen die anderen, neuen Mitglieder im Team über ein Geschenk für unsere Pastorin zur Geburt ihres Kindes nachzudenken. Und ich saß zuhause in Göttingen, 100km entfernt, und war plötzlich unglaublich stolz. Vielleicht klingt das komisch. Die anderen im Team sind alle älter als ich, es sind Erwachsene. Natürlich können sie gemeinsam ein Geschenk planen. Aber für mich machte es einiges deutlich:

Erstens einmal sagten sie „wir“. Wir als Team des Kirchenmobils wollen etwas schenken. Und dann kam der Anstoß nicht von einem von uns Initiator*innen. Es ist nicht mehr wie am Anfang unser Kirchenmobil, bei dem andere dann mal mithelfen. Da sind jetzt mehr Menschen, die sich verantwortlich fühlen, die wir sagen und von ihrem Kirchenmobil sprechen. Und das macht mich stolz und dankbar. Und ich merke: Ich muss nicht mehr bei jedem Einsatz dabei sein. Da ist eine Gruppe, die sich jetzt beginnt regelmäßig zu treffen mit großartigen Menschen. Es geht weiter, es funktioniert hervorragend ohne mich. Und wenn ich möchte und Zeit habe, dann kann ich immer mal wieder dabei sein oder eben aus der Ferne einbringen was ich gut kann. Ich bin stolz auf das, was entsteht und ich kann gehn und bleiben, so wie es für mich und sie gut ist. #dnkgtt

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