da. irgendwie. amen?

Dass ich mal Pastorin sein möchte, habe ich schon vor einer ganzen Weile entschieden. Heute sage ich: Ich möchte es jetzt – in diesem Moment. Was später sein wird, kann ich nicht sagen, nur dass es sich jetzt gut anfühlt. Und diese Entscheidung ist auch genau das: ein gutes Gefühl und damit eigentlich keine Entscheidung. Ich lege mich nicht fest. Ich folge einem Gefühl, einem Guten, Starken.

Vor einem Jahr bin ich krank geworden, chronisch, also für immer oder wenigstens sehr lang. Das verändert vieles, in Gegenwart und in Zukunft, wenn ich auch noch gar nicht erahnen kann wie genau. Das macht Angst, diese Ungewissheit, und an guten Tagen macht es gelassen. Ich habe in der letzten Zeit viel über mich gelernt. Über Dinge, die mir gut tun und Dinge, die mich anstrengen. Manches ist jetzt verstärkt. Eine für mich früher eher unangenehme, laute Umgebung kostet heute mehr Kraft, einfach weil da weniger Kraft ist, die zu verteilen wäre. Eine Unimensa ist anstrengend. Es ist verstärkt und ich kann viel klarer unterscheiden zwischen den Situationen und muss es auch.

Wenn ich heute an die Zukunft denke, dann hat sich der Wunsch nicht geändert. In meinem Kopf funktioniert gerade keine Alternative. Ich weiß, was ich möchte. Ich möchte dieses Studium. Ich möchte diesen Beruf. Noch öfter als vorher ist da die Frage nach einem guten Ort für mich – inner- und außerhalb von Kirche. Ist er da? Immernoch? Ändert sich jetzt etwas daran? Hat dieser Ort Barrieren? Hat Kirche welche? Ich hab Angst, dass ich es nicht schaffe und dass etwas diesem guten Gefühl in mir im Weg stehen könnte. Über Berufung nachzudenken – egal ob unter diesem Begriff oder einem anderen – tut weh, wenn Grenzen so spürbar werden.

Ich hab doch Zeit. Wenn das Studium länger dauert als bei anderen, dann ist das ok. Die wenigsten studieren dieses Fach in Regelstudienzeit. Was läuft mir weg? Ich bin gerade so dankbar für vieles. Ich darf viel lernen, an den unterschiedlichsten Orten innerhalb und außerhalb der Uni. Ich habe wunderbare Menschen um mich herum. Ich bin ja nicht allein.

Und Gott ist irgendwie auch da. Im Kranksein und in Angst und Ungewissheit, weil er gewiss ist, egal was ich bin. Und manchmal bin ich sauer auf Gott, weil er mich in Ungewissheit lässt und die Bibel doch voll ist von Wundergeschichten. Ich werd wohl nicht wieder gesund, aber heile macht er mich immer ein bisschen. Er ist in meinem Leben da, irgendwie, und dieses Gefühl, dass es gut ist und ich gut bin und es gut wird – irgendwie. amen.

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